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Schachtelhalm

Schachtelhalm

Schachtelhalm

Inhaltsstoffe & Herkunft

Kieselsäure, Flavonglykoside, Saponide, Kaliumsalze

Indikation

Bei allen Ödemformen, egal ob posttraumatisch oder statisch bedingt, wirkt Equisetum aufgrund seiner wassertreibenden Wirkung austreibend. Er ist hilfreich zur Durchspülung der Harnwege z.B. bei Grieß- und Steinbildungstendenzen, aber natürlich auch bei Harnwegsinfekten. Aufgrund seiner strukturgebenden Wirkung auf die Bindegewebsorgane und der gleichzeitigen diuretischen Wirkung ist der Schachtelhalm bei allen Entlastungsversuchen der Matrix eine wertvolle Hilfe. Seine kieselsäurebedingte Wirkkraft macht es zu einer wertvollen Arznei bei Neigung zu Osteoporose. Die Knochengrundsubstanz wird gestärkt und regeneriert. Auch bei Haarausfall und Nagelwuchsstörungen ist er hilfreich. Auf der seelischen Ebene hilft Equisetum, wenn einem Menschen seine klare innere Strukturgebung verloren gegangen ist. Wenn man sich nicht mehr klar entscheiden kann, die Ziele verschwommen sind und man innerlich abgestumpft ist. Auf der Bewusstseinsebene steht diese Heilpflanze für inneres Gleichmaß und Realitätssinn. Sie ist das Sinnbild für die Weisheit des Alters.

Signatur

Der Ackerschachtelhalm verkörpert klare Ausgestaltung und wesentliche Struktur. Anspruchslos wächst er in Kiesgruben, auf Schuttplätzen, auf verwilderten Äckern und oftmals auf Dämmen. Er bringt aufbauende und aufstrebende Kräfte in scheinbar bedeutungslose oder verworfene Umgebungen. Er ist eine Pionierpflanze, die klare Zielvorstellungen im Hinblick auf ein geordnetes Leben in seiner Signatur trägt. Die Pflanze unterscheidet sich von anderen Familien dadurch, dass sie ihren oberirdischen Teil nicht in Stängel, Blatt und Blüte gliedert. Die Blätter sind reduziert auf kleine, den Stängel und die Seitentriebe ummantelnde Blattscheiden. Diese tragen kleine dreieckige Zähnchen. Auf Blüten verzichtet die Pflanze. Ihre Gestalt verkörpert nur das Wesentliche und Notwendige. Ihre Erscheinungsform gleicht einem Skelett. Die klare Gliederung von Stängel und den Seitentrieben entsteht durch kleine hohle Abschnitte, an denen klar strukturierte Längsrippen verlaufen. Diese „Stockwerke“ sind an den Knoten ineinander geschachtelt. Daraus leitet sich der Name Schachtelhalm ab. Im Frühjahr treiben rötlich-braune fertile Sprossen mit zapfenförmigen Sporenähren aus. Diese erinnern an Bienenwaben, schon wegen ihrer sechseckigen Form, und damit zugleich an die sechseckige Molekülgeometrie des Siliciums. Equisetum weist einen hohen Gehalt an Siliciumoxid auf. So ist der Schachtelhalm mit seiner streng gegliederten Strukturgebung gleichsam ein pflanzengewordenes Kristall. Wenn man ihn verbrennt, so bleibt seine Gestalt als weißes Ascheskelett noch eine Weile sichtbar. Im Sommer erscheinen dann die sterilen, grünen Sprossen, die kraftvoll bis zu 50 cm hoch werden. Sie tragen die Signatur des Schachtelhalms bis in den Herbst hinein.

Tradition

Der Name Equisetum arvense stammt aus dem Lateinischen und setzt sich zusammen aus Equus (das Pferd) und seta (der Schwanz). Dies nimmt Bezug auf die feinen Ästchen mancher Arten. Das ebenfalls lateinische Wort "arvum" bedeutet "Ackerland". Der traditionelle Name "Zinnkraut" stammt aus der Gepflogenheit, das kieselsäurehaltige Kraut als Putzmittel für Zinngeschirr zu verwenden. Man kannte den Schachtelhalm schon im Altertum. Er wird wegen seiner vorzüglichen blutstillenden Wirkung von Dioscurides, Plinius und Albertus Magnus beschrieben. Ab dem 16. Jahrhundert gibt es genaue Pflanzenbeschreibungen. Agricola weist erstmals auf die erstklassige Wirkung bei entzündlichen Erkrankungen der Harnwege hin. Hoffmann, der Leibarzt Friedrichs des Großen, beschreibt die vortreffliche Wirkung bei Nierenentzündungen. Später hat ihm Kneipp einen großen Stellenwert als Diuretikum und entzündungshemmende Arznei bei Harnwegsinfekten gegeben. Von allen bedeutenden Heilkundigen in Europa, wie Paracelsus, Matthiolus, Weinmann, von Haller und vielen anderen wurde der Schachtelhalm als wertvolles Arzneimittel bei Harnwegsinfekten und Wassersucht genannt. Später fand er auch bei Haarausfall und äußerlich bei schlecht heilenden Wunden Verwendung.