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Weißdorn

Weißdorn

Weißdorn

Inhaltsstoffe & Herkunft

Flavonoide und oligomere Procyanidine

Indikation

Körperlich bewährt sich Crataegus in eindrücklicher Weise bei Herzleiden und Kreislaufstörungen vor allem des älter werdenden Menschen. Dazu gehören: Druck und Beklemmungsgefühle am Herzen, pectanginöse, krampfartige Herzschmerzen mit Ausstrahlung in den linken Arm. Auch nachlassende Leistungsfähigkeit des Herzens im Sinne einer Cardiomyopathie sowie Altersherz sind bewährte Indikationen. Labile Hypertonie und Extrasystolie, auch andere, vor allem funktionelle Herz- rhythmusstörungen reagieren günstig auf Weißdorn. Die oftmals mit latenter Herzinsuffizienz verbundene Depression und die damit verknüpften Schlafstörungen bessern sich nachhaltig durch diese Arznei. Bei Herzangst bringt es Beruhigung. Es hat einen Sympathicus dämpfenden Effekt und verbessert die Sauerstoffversorgung. Auch bei Schilddrüsen- überfunktionen und den begleitenden Rhythmusstörungen ist es angezeigt. Auf der seelischen Ebene ist Crataegus ein wirkungsvolles Heilmittel für das gebrochene Herz. Es ist ein Balsam für alle, die sich verlassen fühlen oder verlassen worden sind. Weißdorn vermag das verhärtete Herz zu öffnen und befreit die Kraft der Liebe.

Signatur

Der Weißdorn begegnet uns in der Natur als Strauch von 2 - 3 Metern Höhe. Er tritt aber auch als kleiner Baum in Erscheinung. Die rautenförmigen Blätter glänzen und sind drei- bis fünflappig. Die weißen Blüten stehen an den Spitzen der Zweige in Doldentrauben. Der fünfspaltige Blütenkelch hat dreieckige Zipfel. Die 25 - 30 Staubgefäße haben rote Staubbeutel. Der Blütenduft ist aufgrund des hohen Amingehaltes unangenehm, fischartig. Die runde bis eiförmige Apfelfrucht ist blutrot gefärbt. Der Weißdorn wächst in Hecken und an Waldrändern. Besonders gut gedeiht er auf lehmigem Untergrund. Seine Heimat ist Europa. Die Wesensart von Crataegus lässt sich am leichtesten aus seiner Signatur erkennen, wenn wir den knorrigen Strauch im Winter ohne Blätter und Blüten betrachten. Dabei fallen vor allem die mehrfach verschlungenen Stämme und die ineinander gedrängten und verworren Zweige auf. Eine befreiende Bewegung der Wachstumsimpulse in die Höhe und Breite bleibt scheinbar aus. Eher hat man den Eindruck von Verdichtung und Undurchdringlichkeit nach innen. Es scheinen zwei gegenläufige Kräfte miteinander zu ringen. Auf der einen Seite sehen wir die große Vitalität des robusten, stark verholzten Geästs und auf der anderen Seite das Zurückdrängende. Insgesamt zeichnet sich das Bild gestauter Vitalität als Merkmal dieses Heilstrauchs ab. Die Verdichtung wird besonders deutlich in dem ungewöhnlich stark verholzten und stark verdichteten Geäst und dem zurückgehaltenen zentrifugalen Wachstumsstreben. Die Zweige scheinen zu zögern, in eine lichte Weite zu streben, vielmehr umschlingen sie einander, ergeben sich in eine Umlenkung nach innen und ballen ihre Energie im Zentrum des Strauches. Die impulsive Vitalität, die dem Weißdorn gleichzeitig wesenhaft innewohnt, kommt in der Signatur in zwei Eigenarten zum Ausdruck. Einmal tragen die Äste starke und vor allem spitze Dornen, die wir gleichsam als Antennen verstehen können, über die starke Ausstrahlungkräfte wirksam werden. Zum anderen sehen wir wie sich die ganze Vitalität explosionsartig in der überwältigenden Pracht der Blüten explosionsartig entfaltet. Jeden Frühsommer umhüllen diese mit ihrem weißen zarten Mantel lückenlos die gesamte Peripherie des Strauches. So dicht ist dieses Blütenmeer, dass nichts mehr von dem harten verdichteten Holz und den verschlungenen dunklen Ästen wahrzunehmen ist. Die Dichte hat sich in eine sich öffnende Weite und Leichtigkeit entladen. Die Früchte des Weißdorns haben eine glutrote Farbe und erinnern leuchtend an die Farbe das frischen roten Blutes. Die feinen Netze der Blattnerven erinnern an die Gefässbäumchen in unserem Gewebe. So wird uns in der Signatur auf vielerlei Weise der enge Bezug des Weißdorns zum Herz-Kreislaufsystem des Menschen deutlich.

Tradition

Im Altertum fand die Heilpflanze kaum Beachtung. Erst im 17. Jahrhundert tauchten Aufzeichnungen auf, die die gute Wirkkraft der Arznei bei hohem Blutdruck und Gefäßstauungen beschreiben. In der Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckte der irische Arzt Green günstige Wirkungen bei allen Herzleiden. Erst nach seinem Tod wurde der Pflanze 1894 ihr Name gegeben. In Lothringen wurde von alters her Crataegus bei Herzleiden und Schlafstörungen eingesetzt. In der Volksmedizin werden auch die Weißdornblätter in Form eines Tees empfohlen, den man über längere Zeit bei erhöhtem Blutdruck und Arteriosklerose trinken soll. Leclerc, ein französischer Arzt, erkannte die umfangreiche Wirkung des Weißdorns bei allen Herzleiden und den damit verbundenen seelischen und vegetativen Störungen wie Palpitationen. Aus den bewährten Indikationen können wir die Droge als besonders bewährt für den älteren Menschen betrachten. Die Anwendung beschränkte sich früher nicht auf die Früchte. Lonicerus setzte Beeren, Blüten und Blätter ein. Mathiolus verwendete die Beeren, setzte aber auch die Wurzel für äußeren Gebrauch ein.