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Hirtentäschelkraut

Hirtentäschelkraut

Hirtentäschelkraut

Inhaltsstoffe & Herkunft

Aminoalkohole wie Cholin, Acetylcholin, Tyramin, Flavonoside

Indikation

Das Hirtentäschel ist ein sicheres und anerkanntes Hämostyptikum. Durch seinen Gehalt an Tyramin hat es eine sympathikotone, blutdrucksteigernde Wirkung. So kann diese Heilpflanze bei allen anormalen Blutungen in der Gynäkologie, bei Krampfadern, speziell bei Hämorrhoidalblutungen, aber auch im HNO-Bereich erfolgreich eingesetzt werden. Da es direkt auf das Blutfibrin wirkt, begünstigt es die Gerinnung, so dass es ein sicheres Hilfsmittel bei Unfällen von Kranken, die an Hämophylie leiden, darstellt. In der modernen Medizin, wo speziell in der Kardiologie häufig blutgerinnungshemmende Pharmaka eingesetzt werden, leistet es wertvolle Dienste, wenn es spontan oder durch Unfall zu unstillbaren Blutungen kommt.

Signatur

Wegen seiner Unscheinbarkeit wird das Hirtentäschelkraut kaum beachtet. Es wächst ganzjährig an Wegrändern und auch im freien Feld. Seinen Namen hat dieses Heilkraut von der dreieckigen Samenkapsel, die den Taschen ähneln, die von Hirten und Schäfern früher getragen wurden. Darin wurde nicht nur das karge Brot für den Hirten, sondern auch die wesentlichen Utensilien aufbewahrt, die der Hirte zum Schutz der Schafe und Lämmer in der freien Natur benötigte. Die Fruchtschoten der 20 - 30 cm hohen Pflanze erscheinen uns wie Pfeile. Diese sind aber nicht zur Abwehr nach außen gerichtet, wie wir dies von Stacheln bei vielen Pflanzen kennen, sondern ihre Spitzen zielen auf den zentralen, schlanken Stängel. Wir begegnen in der Signatur dieser Pflanze also nicht den nach außen fließenden Energien, sondern der Strom der Kräfte wird bewahrend in das Innere gerichtet, um jeden Verlust an Lebenskraft zu vermeiden. Das Hirtentäschel ist ein Kreuzblütler. Die vielen, sehr kleinen, weißen Blüten, die traubenförmig angeordnet sind, bieten keinen Blickfang für unsere Sinne und verströmen auch keine anziehenden Düfte. Alles an dieser Heilpflanze ist schlicht und ohne Anspruch, sich nach außen darzustellen. Das Hirtentäschel bewahrt alle Kräfte in seinem reichen, inneren Vorrat.

Tradition

Schon im 11. Jahrhundert schrieb der französische Arzt Bernhard de Gordon, der in Montpellier Heilkunst lehrte: „Die Bursa pastoris, die gewisse Leute als Unkraut ausreißen, ist schier unübertrefflich gegen alle Blutungen.“ Im 16. Jahrhundert loben Tragus und Matthiole die "Capsella bursa pastoris" als eine sicher wirkende Arznei für Frauen mit zu starker und zu langer Regel. Paracelsus verschrieb das Hirtentäschel bei Blutungen aus dem Darm, den Harnwegen und generell bei allen anormalen Blutungen.