
Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide, Schleim, Harz
Indikation
Seine Wesenskraft erreicht zarte, ängstliche Gemüter, die zu Verkrampfungen neigen, welche sich vorwiegend im Magen-Darm-Trakt oder auch im gynäkologischen Bereich niederschlagen. Auch bei Lampenfieber, das auf den Darm schlägt, ist diese Arznei geeignet. Auf der körperlichen Ebene vor allem bei Diarrhoe, Spasmen im Gastrointestinaltrakt und im gynäkologischen Bereich. Auch bei Entzündungen im Atemtrakt und im Harnwegssystem.
Signatur
Das Gänsefingerkraut ist eine ausdauernde Pflanze aus der Familie der Rosengewächse. Die Wuchshöhe liegt bei etwa 15 cm. Es hat einen kurzen, verzweigten Wurzelstock. Die ausläuferartigen kriechenden Stängel wurzeln an den Knoten und treiben Blattrosetten. Potentilla hat unterbrochen gefiederte Blätter, die ihre Rosetten grundständig bilden. Die Fiederblättchen sind schmal elliptisch. Auf der Unterseite sind die Blätter mit silbergrauen Seidenhaaren bedeckt. Aus den Blattachsen entspringen weitere ausläuferartige Stängel, die bis zu 40 cm Länge erreichen. Langgestielte Blüten haben konstant fünf Außenkelche, fünf Kelche und fünf goldgelbe Kronblätter. Viele Staubgefäße strecken sich aus dem Blüteninneren. Nachts schließen sich die Blüten vollständig, bei schlechtem Wetter nur halb. Die kleinen Früchte haben einen dünnen, bleibenden Griffel. Das Gänsefingerkraut wächst überall auf der Erde, bevorzugt an Wegen und Bächen. Seine Blütezeit ist von Mai bis Juli.
Tradition
Der Name "Potentilla" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "Macht". Dies bezieht sich auf seine mächtige Heilkraft gerade für schwache Naturen. Der Begriff "Anserina" ist ebenfalls lateinischen Ursprungs und geht auf "Gans" zurück. Das Heilkraut fand als Gänsefutter eine verbreitete Anwendung. Dioskurides verwendete eine Heilpflanze aus der gleichen Spezies gegen Dysenterie und Diarrhoe. In den mittelalterlichen Kräuterbüchern finden wir Hinweise auf die gute Wirkung bei allen Formen von Dysenterien bis zur Ruhr. Wegen seiner stopfenden und zugleich schmerzstillenden Eigenschaften finden wir einen solchen Arzneihinweis auch bei Bock und Matthiolus. Kneipp nennt den „Gänserich“ ein Krampfkraut, wobei er die beste Wirkung bei einer Kochung in Milch beobachtete. Schulz berichtet über gute Heilverläufe bei Ruhr in Form von Tee oder Dekokten. Allgemein wurde ihm eine adstringierende Wirkung auch bei Blutungsneigung zugesprochen.